Urlaub in Puerto de la Cruz
Freitag, 4. April 2008 Abgelegt in WaltraudBeim Aussteigen aus dem Flugzeug , schon beim ersten tiefen Atemholen , merkt man gleich, dass man das eklige Januarwetter komplett hinter sich gelassen hat.
Endlich wieder mal auf Teneriffa. Strahlende Sonne, ein bisschen Wind , grade richtig, davon hatten wir den ganzen langen Winter über geträumt.
Das übliche Flughafenchaos, Kofferholen, und dann ab in den Bus Richtung Puerto.
Warum es bei uns Puerto de la Cruz sein MUSS ist leicht zu erklären – unser Sohn wohnt dort. Und ab und an will man ja auch mal sehen, was der Junior so treibt in fernen Landen.
Das ist allerdings nicht der einzige Grund, Puerto de la Cruz gefällt uns ganz einfach .
Immer was los, immer etwas zu sehen und jedes Mal wieder etwas Neues zu entdecken.
Leider können wir immer nur für eine Woche abzischen , berufsbedingt, egal, besser als gar nicht !
Nach so einer Stunde Fahrt im Bus näherten wir uns langsam unserem Hotel. Schon von Weitem sahen wir unseren Nachwuchs vor dem Eingang rumtigern , unübersehbar!
Wir hatten uns dieses Mal für das Orotava Palace unten in Puerto entschieden.
Aus gutem Grund. Beim letzten Buchen hatten wir nicht auf den Stadtplan gesehen und kraxelten pausenlos durch die Lande wenn wir wieder zu unserer Unterkunft wollten.
Das machte ab und an Schwierigkeiten, vor allem wenn man des nächtens auf der Plaza del Charco bei wunderbarer Livemusik etwas von dem traumhaft guten kanarischen Roten zu viel abbekommen hatte. Die steile Strasse nach oben – na ja irgendwie kam mir immer so der Gedanke , wenn ich anhalte hauts ich wieder nach unten , ungebremst bis ans Meer. Aber zum Glück gibt es ja schliesslich auch Strassenlaternen zum Festhalten zwischendurch.
Jaja – ich weiss, man kann auch ein Taxi nehmen zu supergünstigen Preisen , aber wenn der Junior sagt :“ nehmt aber heute besser ein Taxi !“ dann MUSS man dem doch beweisen, dass man auch im fortgeschrittenen Alter noch gut zu Fuß ist, oder ? Ehrensache !
Also da war er nun endlich mal wieder, der Gute, und umärmelte uns so fürchterlich, dass ich schon Angst um meine Rippen kriegte.
Das Hotel ist übrigens super, Zimmer, Verpflegung, alles passt.
Wir warfen bloß kurz die Koffer ins Zimmer , duschten und sausten ab Richtung Meer .Unten an der Promenade, direkt am Meer war dann erstmal Kaffeetrinken angesagt !Wir, die wir die mitteleuropäischen Preise gewohnt sind – wie üblich erstaunt wie günstig man hier wegkommt mit den Preisen bei Essen und Trinken !
Tag 1 – ich wollte um halb 12 den Mietwagen bei Orcar abholen, den wir von Freitag bis Montag gebucht hatten. Die Herren waren vormittags PC- mässig beschäftigt, irgendwas tat nicht mehr wie es sollte. Ein Glück, daß der Oberpcspezi endlich da war.
Anschliessend wollten wir La Orotava unsicher machen .
Ich also mit dem Stadtplan in der Hand an die Rezeption gedackelt und schön auf spanisch gefragt, ob es bis zu Orcar weit zu Fuß wäre. Nein, nein grad bei den Los Pyramides durch die Strasse dann rauf und da wärs auch schon. Also, was braucht der Mensch dann ein Taxi ?
Ich machte mich auf die Socken, als alter Pfadfinder etc findet man ja alles.
Immer schön dem Plan nach – aber diese Strasse machte mich dann doch etwas stutzig.
Wars doch nichts mit spanisch verstehen ? Ich fragte einen Taxifahrer – ja doch genau da gings rauf zu Orcar.
Die Gasse nannte sich Camino de las cabras . Irgendwann auf halber Strecke- in der ungewohnten Hitze leicht aus den Schleichern nach hinten rutschend wegen „Schweisspedalen „ mit tomatenrotem Kopf und spannenden Waden ,so als Flachlandtiroler kurz vor dem Herzkasper - fiel mir plötzlich ein was Camino de las cabras eigentlich heisst.
Ziegenpfad !!!!!!!! Nomen est omen !
Da wars vorbei mit der Fassung .Hilflos kichernd legte ich eine Pause ein am Rande der vielen Treppen.
Na jedenfalls nimmt jeder Pfad eine Ende und ich kam problemlos zu meinem Auto. Runter gings dann samt Auto naturgemäß viel leichter und meine tomatenrote Birne nahm langsam wieder Normalfarbe an.
Wenn man nun mit ohnehin schon schmerzenden Waden meint, man müsse La Orotava besichtigen ist einem an und für sich nicht mehr zu helfen . Aber schön ist es da allemale, bloß steil ohne Ende mal wieder. Wir machten das Touriprogramm durch, Casa de los balcones etc und, da der Jung sich ja auskennt , noch einen Abstecher in einen Laden – Leut da kann man sich fast nicht beherrschen , auch nicht die Herren der Schöpfung. Casa Lercaro Decoracion , Kaffee kann man da auch gleich trinken wenn, ja wenn man noch Kröten übrig hat bei all den schönen Sachen . Und wenn man dessen gedachte, dass man ja bloß 20 kg im Flieger mitnehmen kann.
Am Samstag gings auf den Teide – muss dazu anmerken es war 2007, und oben hatte es Anfang Januar 22 Grad und Sonne und blauer Himmel – hach ja. Einfach nur schön .Alle Inseln waren zu sehen bei der Fahrt . Ein glasklarer Tag wie selten.
Und dann 3 Tage später – voller Schnee !
Sonntag war das Anagagebirge dran . Irgendwie krieg ich den Weg durch La Laguna nie gebacken, aber diesesmal hatte ich mich unter dem Hohngelächter meiner Herren dermaßen verfranst, dass ich am Busbahnhof landete. “ Weia weia“ ,sprach mein hoffnungsvoller Nachwuchs „wenn dich da die Bullerei kriegt, dann blechst du ohne Ende.!“ Langsam pirschte ich um die nächste Ecke und siehe da – da standen sie ja schon. Nun Angriff ist die beste Verteidigung, ich also mein erleichtertstes Lächeln aufs Gesicht gezaubert, direkt auf die Bullerei losgefahren, Fenster runter und um Hilfe gefl eht . Neben und hinter mir Totenstille.
Aber die spanische Polizei ist die Beste von allen, die beiden fuhren mir voraus bis zur richtigen Abzweigung und, versehen mit der Bemerkung immer nur gradeaus weiter, gelangten wir sicher und ohne zu blechen doch noch nach La Mercedes und ins Anagagebirge.
Jedesmal traumhaft , jedes Mal eine andere Stimmung. Irgendwie unwirklich, verschwommen, wenn die Nebelschwaden ziehen.
Und am Ende des Weges, da wo die Welt schon fast zu Ende ist ,nach unzähligen und unmöglichen Kurven - wie immer superguter Fisch zu futtern. Knackfrisch ,sozusagen vom Meer direkt auf den Teller gehüpft.
Montag wollten wir unbedingt noch mal in den Loropark .Die Anlage ist so was von schön , das ist einfach einmal pro Jahr ein MUSS .Samt splashzone bei den Orcas , das muss auch sein !
Dienstag war dann der botanische Garten dran , der lässt jedes Gärtnerherz höher schlagen. Das Gelände um die noch zu erwerbende Finca wurde bei jeder Pflanze größer .Der Jung meinte , ich wäre unterdessen bei mindestens 10 000 qm gelandet. Na ja wir werden sehen, totgraben wollen wir uns ja auch nicht so auf unsere späteren Jahre hin betrachtet .
Die restlichen Tage ( und Abende natürlich ) machten wir Puerto de la Cruz unsicher, aber da haben wir auch noch lange nicht alles gesehen was zu sehen ist .
Noch ein paar Impressionen gefällig ?
Bittesehr !
Wir wollten wie üblich nicht mehr abfliegen, aber soweit sind wir leider noch nicht ganz.

4 Kommentare zu “Urlaub in Puerto de la Cruz”
Von Günther zu 5. April 2008
Waltraud, herrlicher Bericht und ich kann dir bestätigen, mit dem Auto durch La Laguna ist wie blind durch einen Irrgarten finden! Jedesmal nehm ich mir vor “nie wieder durch die Stadt” und jedesmal wird es doch wieder ein neues Erlebnis.
Von bayrer2003 zu 5. April 2008
Super Waltraud, ich bin begeistert!!!!! Freu mich nach Deinem Bericht noch mehr auf Puerto de la Cruz.
Und heute mal ein DICKES Lob für Dich
Von Waltraud zu 5. April 2008
Danke, danke, ich fühle mich entsprechend geehrt. Vor allem weil ich jetzt deinen Beruf weiss ——– Knicks macht !
Von Waltraud zu 5. April 2008
Günther ich fühlte mich von allen guten Geistern verlassen , war ja nicht das erste Mal.Und ich nahm den Mund zu voll - lasst mich fahren ich finds mit Sicherheit.Kannst du dir die Bemerkungen hinterher vorstellen ? Aber - die Hoffnung stirbt zuletzt - vielleicht klappts ja im Juni mal auf Anhieb !!