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Das grosse Fressen

Donnerstag, 22. Mai 2008 Abgelegt in Cris

Da sitz’ ich letzten Freitag gemütlich nach der Arbeit bei einen Bierchen in meiner Stammbar, als ein befreundeter Canario, nicht mehr ganz nüchtern, sich zu mir setzt. “Hey, Cris, gut Dich zu treffen. Wir machen auf Grund unserer Tequedite-Fiesta Ziegenessen bei Alejandro. Kommst Du ? Heute bereiten wir vor, Morgen und Sonntag gehts zum grossen Essen” Jetzt wusste ich, warum er schon einen im Kahn hatte, ich kenn das schon vom Schweine-Essen. “Klar bin ich dabei. Soll ich was mitbringen ?” Nein, es wäre für alles gesorgt. Bier vom Fass, Wein vom Nachbarn, die Ziege ist schon am köcheln, Quesillo gibbet auch … gute Laune soll ich mitbringen. Na, das sollte kein Problem darstellen *lach*

Nachdem ich dann zuhause meine Tiere geregelt hatte, machte ich mich auf den Weg den Freitag gebührend zu verabschieden. Alejandro hat ein super-geschmackvoll ausgebaute Höhle und davor einen gemauerten grossen Ofen. Hach, was haben wir da schon lecker Gans, Ente und Schwein gebrutzelt. Der harte Kern war auch schon da und betätigte sich mit vorbereiten und probieren, natürlich auch ob das Bier gut ist und die rechte Temperatur hat *kicher* Es wurde ein langer Abend, der mit meinen Versprechen endete, bei meinen morgigen Schlachten 1 Ente und den grossen Hahn für Sonntag beiseite zu legen.

Der nächste Tag begann dann mit einen leichten Kater, meine Tochter zum piercen nach Medano zu bringen und dann stand dann schon mein neuer Schlachter vor der Tür und wartete auf mich. Natürlich ging nicht alles glatt auf Anhieb, ich hatte nicht alles was wir brauchten, worauf wir dann gemeinsam zu Miguel fuhren. Leider *kicher* kamen wir dabei an Alejandros Höhle vorbei…. ihr könnt es Euch denken, wir machten erstmal einen kleinen Stopp und hatten das Vergnügen genau passen zum ersten grossen Fressen zu kommen. Hmmm…. ich muss sagen, die Ziege war weich wie Butter und zerging im Mund. So gestärkt machten wir uns wieder auf zur Finca um unsere Arbeit zu erledigen. Professionell und so schnell, das es die Tiere garnicht merkten, wurden das ausgewählte Geflügel seiner Bestimmung zugeführt. Als letztes kam der grosse Hahn an die Reihe, zur Begeisterung meiner Tochter, die immer wieder Schwierigkeiten mit diesem wirklich zahmen Tier hatte. Er musste geschlachtet werden weil er zu gross wurde und meine Hühner hielten so lagsam das Gewicht nicht mehr aus, obwohl sie keine zierlichen Grazien sind.  ”Wow” als ich mit ihm ankam staunte selbst Miguel nicht schlecht.

Nachdem dann alles gerupft war, was gerupft werden musste, legten wir den Herrn mal auf die Waagen. Auf stolze 5,3 kg brachte er es, das war nicht zu verachten. Danach machten wir uns dann auf den Weg zu Alejandro, wo wir direkt Potaje aufgedrängt bekamen, aus dem Ofen stieg der verlockene Duft der Quesilla. Lange Rede kurzer Sinn, es wurde wieder ein langer Abend und ich glaube, Miguel hat halb Arico kennen gelernt, die alle auf ein Glas Wein und einen Teller Ziege vorbei kamen.

Morgens wollte ich schon um 10h wieder dort sein um mein Geflügel vorzubereiten, aber mit meinen dicken Kopf war es nach der Versorgung meiner Tiere schon 12h. Egal, wozu lebe ich unter Canarios und ich hatte Recht, kein Mensch wunderte sich, dass ich erst jetzt kam. Ich bekam ein Bier in die Hand gedrückt und konnte mich dann frohgemut um Ente und Hahn kümmern. Hähnchen konnte man nun wirklich nicht dazu sagen *lach* Beides lag schon liebevoll vorbereitet von Alejandros Mama für mich bereit. Nachdem der Ofen seine rechte Temperatur hatte und die beiden drin lagen, konnte ich dann nur noch warten, zwischendurch mit Sosse übergiessen und mir mein Bier nachfüllen lassen. Nachdem ich von der Zapfanlage eine gewischt bekommen hatte, hatte ich keine Lust mehr, das Dingen anzupacken. Sicher ist.

Zwischendurch wurde ich dann mit den Resten von gestern gefüttert, die Männer sind alle der Meinung, ich bin zu dünn *ggg* Canario-Geschmack halt. Da muss was dran sein, sagen sie *lach* Und wundern sich immer wieder von neuen, dass ichmeine Futtersäcke alleine schleppen kann. Jeder, der kam, wurde von Alejandro und mir dezent veräppelt und jeder hat es geglaubt…. Mensch guck Dir mal den Truthahn an ! *wegschmeissvorlachen* Was man aus nen Hahn so alles machen kann.

Wärend der kompletten 3 Tage war ich und Alejandros Mutter, die hin und wieder reinguckte, die einzigen Frauen zwischen den ganzen Männern. Viele kamen aber mit einer Tupperdose und namen Essen mit nach Hause. Die Canarios feiern einfach meistens allein, machen das die Canarias auch ? Das weiss ich nicht. Ich muss sagen, mir macht es Spass unter den Männern. Bei vielen Themen kann “und darf” ich mitreden, weil es sich viel um die Landwirtschaft handelt und ich darf mich da mal selbst loben, mein Wissen um die Geflügelzucht gern gehört wird. So einige haben ihre Käfige schon vergrössert oder sogar ein bisschen Land für die Hühner abgetrennt. Da soll mal einer sagen, die Canarios wären nicht lernwillig.

Auch ich kann mein Wissen immer wieder bei den Canarios vervollständigen. Hier auf Teneriffa ist die Haltung auf Grund unserer Lage einfach anders und man muss sich der Umgebung und der Temperaturen, sowie dem anderen Futtermitteln anpassen.

Auf jeden Fall war es ein tolles, feucht-fröhliches Wochenende und ich freu mich schon auf’s nächste Schwein und denke mir, eine Einladung für mich ist mir sicher ;-)

  1. 3 Kommentare zu “Das grosse Fressen”

  2. Von Tim zu 22. Mai 2008

    Hey Cris,

    nach langer Zeit mal wieder ein wunderbarer Eintrag. Die Schilderungen Deiner Erlebnisse auf der Insel zu lesen macht immer wieder Spaß - irgendwie bekommt so hier ein Stück Teneriffa in die Ferne transportiert.

    Wenn Du übrigens Fotos einbinden möchtest, erkläre ich Dir das natürlich gerne. Geht ganz einfach :)

  3. Von canaria111 zu 22. Mai 2008

    Jou, das hab ich schon gesehen. Will mal fragen ob jemand Fotos von der Höhle und den Ofen machen kann. Ist bestimmt für einige ganz interessant. Mal sehen ;-)

  4. Von Waltraud zu 22. Mai 2008

    Mensch Cris -endlich mal wieder was von dir! Super wie üblich .Bloß jetzt hab ich Hunger und weder Hahn noch Ziege.
    Hast du das Rezept von Quesillo ? Her damit.

    Grüße Waltraud

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