Was für eine Schweinerei
Donnerstag, 14. Februar 2008 Abgelegt in CrisDiejenigen die mich kennen, wissen es schon… kaum habe ich eine Neuanschaffung ins Fincaleben integriert, kommt mir schon der nächste Geistesblitz (es gibt Leute, die diesen Augenblick geistige Umnachtung nennen *lach*).
So liebäugele ich jetzt schon seit einem ¾ Jahr mit der Anschaffung eines canarischen schwarzen Schweins. Wie immer mussten viele Klippen umschifft werden. Eine Zeit lang sah es so aus, dass ich es niemals schaffen würde, als mich ein glücklicher Zufall auf die Finca eines alten canarischen Freundes verschlug. Auf Anhieb sah ich die beiden neuen Verschläge als ich auf den Hof fuhr und als ich neugierig wie ich nun mal bin hinein schaute, begrüßten mich 2 grunzende Rüssel… schwarze Schweine. Ein Pärchen, das Zuwachs erwartete. Nach 5 Minuten begeisterten Überredens sollten 2 Ferkel mir gehören.
Lange Rede kurzer Sinn, wie immer sollte nichts glatt verlaufen. Die Sau bekam 12 Ferkel, wovon 4 die Geburt nicht überlebten. Dann wurde sie krank und bekam eine Lähmung in den Hinterläufen. Als sie sich wieder einigermaßen bekrabbelt hatte, starben alle Ferkel an einer Erkältung.
Kaum hatte ich mich damit abgefunden, dass wieder mal was nicht geklappt hatte, bekam ich einen Anruf von meinen Bekannten: „Ich hab’ keine Lust mehr. Wenn Du willst, schenk’ ich Dir die Sau. Aber dann musst Du sie innerhalb von 2 Wochen abholen.“ Hah, da gab es kein langes Zögern und prompt saß ich im nächsten Schlamassel:
- hatte mein heißgeliebter R4 seinen Geist aufgegeben, wie sollte ich das Schwein transportieren, und
- brauchte ich ein schweineausbruchsicheres Gelände.
Den 2. Punkt hakten wir innerhalb eines Tages ab. Mit meiner Hilfe baute mein Freund aus einer Pferdebox und einen Paddock eine prima Spielwiese für die trauernde Mutter. Punkt 1 gestaltete sich schwieriger. 1,5 Wochen redete ich mit Engelszungen auf Francisco ein, damit wir mit seinem Citroen 15 die Sau abholen. Kurz vorm Ultimatum gab er nach und wir machten uns auf dem Weg, mein erstes canarisches Schwein zu holen.
Er schien etwas überrascht als er das Schwein sah *weglach*, vielleicht war es nicht so ganz seinen Vorstellungen, nachdem was ich ihm erzählt hatte, so in der Art: „Das ist gar nicht soooo gross“, „das hat noch nicht einmal 90 kg“ usw.. Ich gebe zu, das war vielleicht stark beschönigt oder auch verkleinert, aber ich war sicher, es passt in den Kastenwagen. * kicher *
Aber überzeug’ doch mal ein 120kg Schwein, dass es in ein Auto einsteigen soll. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: 3 angeblich voll zurechnungsfähige Erwachsenen hüpfen in Babysprache brabbelnd, beschwörend um die Sau rum. 2-sprachig natürlich, was den Effekt hatte, dass ich zwischendurch eins auf den Deckel bekam… „Mensch, sprich spanisch, Du machst ja das Schwein unsicher, das ist schließlich ein canarisches Schwein“. * mitderHandvordenKopfschlag * logisch.
Nach viel Überzeugungskraft bekamen wir 3 die Sau tatsächlich in den Kofferraum. Was für ein Anblick. Der ganze Raum eingenommen von einen recht fröhlich grunzenden Schwein, welches sich als erstes in jeglicher Form im Wagen verewigte und sich danach voller Begeisterung dran machte, die Plastikverkleidung abzumontieren.
Francisco hatte inzwischen seinen Humor wiedergefunden und bemerkte tatsächlich während der Fahrt, wie zahm und ruhig das Schwein ist, hartnäckig die begeisterte Zerstörung seiner Inneneinrichtung ignorierend.
Nach einer halbstündigen Fahrt über Autobahn und Landstrasse, in der wir ein paar Fastunfälle verursachten, weil die uns überholenden Autofahrer doch etwas überrascht waren, wenn ihnen ein ausgewachsenes Schwein aus dem Auto zurück schaute, erreichten wir dann glücklich meine Finca, wo uns schon 2 Nachbarn erwateten um uns zu helfen, die Sau in ihren Stall zu verfrachten.
Das gestaltete sich recht einfach. Kaum hatte sie sich umgedreht und sah wohin es gehen soll, sprang sie mit der Grazie eines übergewichtigen Elefanten aus dem Auto, rein in den Corral. Nach einem kurzen Checken des Geländes machte sie sich sofort daran, die ordentliche neue Wohnung in einen vernünftigen Saustall umzuräumen.
Gemütlich saßen wir noch eine gute Stunde mit einem Glas Wein auf dem Geländer und wir waren alle einstimmig der Meinung, das ist das schönste Schwein überhaupt, es braucht nur ein bisschen mehr auf die Knochen… da sind wir fleißig dran….

9 Kommentare zu “Was für eine Schweinerei”
Von Tim zu 14. Februar 2008
Na dann mal viel Erfolg zum Start, ihr fleißigen Schreiberlinge
Vor allem wünsche ich euch viele Kommentare!
Von Cris zu 15. Februar 2008
das ist ein Test, ob die Kommentare bei mir klappen
Von Tim zu 15. Februar 2008
Noch ein Tipp zu den Kommentaren. Der erste Kommentar eines jeden Kommentators muss einmal von mir freigeschaltet werden - dies ist eine Maßnahme gegen Spam. Sobald der erste Kommentar freigegeben ist, kann fleißig drauf los kommentiert werden
dazu müsst ihr dann natürlich hier immer die gleichen daten angeben.
Von Brigitte zu 15. Februar 2008
ein Superteil, dieses Schwein, ich habe es gesehen, und ganz zutraulich ist es. Also, seitdem gibt es bei uns zu Hause einen “Schweineeimer”, damit wir an der guter Ernährung beteiligt sind. Hoffentlich gibt es dann bald viele kleine Ferkelchen. Viel Spass bei der Aufzucht.
Von Waltraud zu 16. Februar 2008
So,Cris, damit du mich nicht mehr anmeckerst nach dem Motto - waaaaaaaaas du hast es gelesen und gar nichts dazu geschrieben ???
Ich hätte, glaubs mir, auch ohne diesen sanften Anstoss über 4000 km weg schon meinen Senf dazu gegeben grins.
Diese deine Sau ist,wie alle deine Viecher, der Hammer,jawohl.Ich bin ja mal gespannt, ob bei dir jemals was so ganz ohne Chaos von Statten geht , aber irgendwie gehört das zu dir, wäre schade, wenns anders wäre. Da hätte ich ja nix mehr zu lachen so still und heimlich.Im Januar sah sie ja schon gut erholt aus und rüsselte fröhlich vor sich hin.Jetzt schau du zu, daß die Vermehrung klappt und wir schauen zu daß wir endlich hier vom Acker kommen. Und schon kanns los gehen mit geräuchertem Schinken und Speck nach schwarzwälder Art vom orginalcanarischen Schwein.Das wird eine einmalige Mischung werden.Was meinst du - zu vermarkten unter Canarwälderschinken ?? Bis dahin schön füttern die Sau und täglich Bericht erstatten - nicht vergessen !!
Von JutenTach zu 18. Februar 2008
Hi Chris, da wünsch ich dir auch viel Spaß mit deinem Schwein und die chaotische Story, erinnert mich irgendwie an wen;)
ich hoffe aber mal, das deine Sau nicht irgendwann mal in die heiße Röhre schaut und im Magen derer landet, die sie gefüttert habe, falls doch, sag bescheid:-))
udo
Von Cris zu 18. Februar 2008
@Tim vielen Dank für Deine Hilfe. Wie immer schnell und effektiv *grins*
@Brigitte bei den leckeren Sachen für’s Schwein von Euch, kann ja garnichts schief gehen
@Waltrad…. Waltraud ?? Wer issn das ? *ablach*
Canarwäler Schinken ? Neeee, ich wohn doch in den Bergen, nicht im Wald. Schwarzcanarischer Schinken ? Hah, das ist eine gute Idee für eine Umfrage….
@JutenTach *ggg* das steht noch nicht fest, kann aber durchaus sein, dass sie in Waltrauds Räucherofen landet. Das kommt drauf an, wie der Wurf ist, ob sie gut vererbt. Aber bei der ersten Hausschlachtungbist Du natürlich dabei. Kannst Du Blut sehen ? *ablach*
Von JutenTach zu 18. Februar 2008
wenn dann das blut spritz, mach ich halt die augen zu;-))
Von Cris zu 21. Februar 2008
*weglach* die harten Männer *ggg* aber bitte nicht umkippen